Dokumentation, Die Rote Fahne, 14.07.2006
Washington (drf) - Der imperiale Krieg gegen Irak könnte die Menschen in den USA nach einer Schätzung von Haushalts-funktionären des US-Kongresses in den kommenden zehn Jahren zusätzlich bis zu 406 Milliarden USD kosten.
Diese am Donnerstag in Washington veröffentlichten Zahlen errech-nete das Haushaltsamt CBO in Abhängigkeit von der Entwicklung der US-Truppenpräsenz am Golf. Bislang seien fast 300 Milliarden USD an Steuergeldern in den Einsatz geflossen.
US Soldat beim Einsatz in Irak

Für die Kostenschätzungen legten die Budgetprüfer des US-Kongres-ses zwei verschiedene Szenarien zu Grunde: Im ersten Modell würden die Truppen der US-Invasion im Irak im kommenden Jahr von derzeit 190.000 auf 140.000 Soldaten gesenkt; bis Ende 2009 würde dann ein vollständiger Abzug erfolgen. In dem Fall beliefen sich die Kosten für den US-Krieg laut CBO bis zum Jahr 2016 auf noch einmal rund 166 Milliarden USD.
Sollten die Truppen dagegen langsamer abgebaut werden und bis 2016 noch 40.000 Mann im Irak bleiben, erwarten die Experten dagegen 368 Milliarden USD an zusätzlichen Kosten für den Krieg.
Hinzu kommen in beiden Szenarien je 15 Milliarden USD für die Un-terstützung irakischer Kollaborationstruppen. Weitere sechs bis acht Milliarden USD veranschlagt das Amt für die medizinische Versorgung der US-Kriegsveteranen sowie für Invaliden- und Hinterbliebenen-renten.
Schon die bisherigen Kriegskosten übersteigen die ursprünglichen Angaben des US-Regimes bei weitem.
Der damalige Wirtschaftsberater im Präsidialamt, Lawrence Lindsey, hatte vor Kriegsbeginn eine Summe von 100 Milliarden bis 200 Milliarden USD genannt, die seinerzeit von anderen Regierungsbeamten als unrealistisch hoch kritisiert wurde.
Das Haushaltsamt bezeichnete die Kostenschätzung als ungewöhnlich schwierig, weil das Regime von US-Präsident George W. Bush nur wenige Einzelheiten zu den tatsächlichen bisherigen Kosten gemacht habe. Dadurch könnten die Ausgaben der Vergangenheit nur schwer für Prognosen verwendet werden.
Diese enormen Summen für den Krieg vernichten Arbeitsplätze und fehlen in den USA vor allem für Bildung, Krankenversorgung und soziale Sicherungen für die Menschen. Das meiste davon fliesst als Profite in die Taschen des organisierten Kapitals, respektive der Rüstungsindustrie, das völlig unabhängig vom Verlauf des Krieges so oder so am Massenmorden verdient.