Berlin (drf) - Berlin wird zunehmend zur Hauptstadt von Lohnsklaverei und Billigjobs. Beinahe jeder zehnte Erwerbstätige kann hier trotz Arbeit von seinem Einkommen nicht leben und bezieht ergänzend Hartz-IV-Leistungen, so ein Bericht des "Tagesspiegel" unter Berufung auf das Amt für Statistik in Berlin-Brandenburg.

Damit hat sich das Armutsrisiko in den letzten Jahren nahezu verdoppelt. Nach dem letzten Mikrozensus leben mittlerweile rund 110.000 der offiziellen 1,3 Millionen Berliner Werktätigen an der Armutsgrenze.
Diese Personen haben ein Anrecht auf zusätzliche Sozialleistungen. Da es in diesen Fällen zumeist um Unterstützung zur Miete gibt, wird dadurch vor allem der Landeshaushalt belastet. Denn die Bezirke zahlen den Grossteil der Mietkosten und nicht der Bund.
Die Gewerkschaften sprechen angesichts der Zunahme dieser sogenannten prekären Beschäftigung von einem „gesellschaftspolitischen Skandal“.
Für den DGB Berlin-Brandenburg gibt es gegen diese Entwicklung vor allem ein wirksames Mittel: die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns.